Einleitung zur Kunsteröffnung im Hauptgebäude
Einleitung zur Kunsteröffnung im Hauptgebäude
„Erst forschen, dann anwenden“ hat der große Max Planck ein-mal gesagt. Das wirkt wie eine kluge Gegenparole zu der – wie es in einem geistreichen Titel einer hiesigen Ringvorlesung über die elfte Feuerbachthese unseres Studenten der Rechtswissen-schaften Karl Marx heißt – angeschlagenen These, die manche in unserem Hause mit aller Energie verteidigen und andere mit derselben Energie von der Wand genommen haben wollen. Wir haben – im Endergebnis eines Wettbewerbs und einer Entscheidung eines Preisgerichtes – die angeschlagene These zart kontextualisiert, wenn ich dies so sagen darf: „Vorsicht, Stufe!“ hat die Künstlerin Ceal Floyer auf alle Stufen des Haupttreppenhau-ses vor und neben die Feuerbachthese geschrieben und dieser Satz ermahnt zur Vorsicht und zum Nachdenken nicht nur im Blick auf die wenig sinnvolle Marxsche Alternative von Interpretation und Veränderung, die das vergangene Jahrhundert doch so tief geprägt hat. Zeiten des Nachdenkens sind kostbar ge-worden an der deutschen Universität, wo man an die Stelle der Zeit, die früher für das Nachdenken zur Verfügung stand, die Sitzungen von Gremien und das Schreiben von Drittmittelan-trägen gesetzt hat.
Unser Jubiläum gibt Gelegenheit, mit ande-ren gemeinsam nachzudenken und gibt diese Gelegenheit ins-besondere mit Ceal Floyers Kunstwerk, für dessen Installation ich vielen hier im Hause zu danken habe: Der Künstlerin, den Mitgliedern des Preisgerichtes, für die mein Kollege Thomas Schmidt das Wort nehmen wird, aber vor allem den Sponsoren aus der Humboldt-Universitätsgesellschaft HUG, für die gleich Nikolaus Breuel sprechen wird: Hartwig Piepenbrock, unser Eh-renvorsitzender, hat namhafte Beiträge geleistet, aber auch weitere, teils anonyme Spender: Wir danken sehr, sehr herzlich dafür.