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Berlin - Hauptstadt für die Wissenschaft 2010

Freiheit

„Es geht um die Zukunft der Wissenschaft und des Studiums“
Die Humboldt-Streitgespräche in Kooperation mit der Stiftung Mercator


Die Universität hat für ihr Jubiläum sechs Kernprojekte ausgewählt. Diese stellen wir in der HUMBOLDT im Einzelnen vor. Heute: die Humboldt Streitgespräche in Kooperation mit der Stiftung Mercator. Ein Gespräch mit der Projektleiterin Elisabeth Lack.

Frau Lack, worüber soll gestritten werden?
Es geht um die Zukunft der Wissenschaft, der wissenschaftlichen Methoden und Strukturen, des Studiums und der Hochschule. Anhand einfacher übergreifender Fragen, die jedoch schwer zu beantworten sind, lassen wir Experten darüber streiten, was auf die moderne Wissensgesellschaft zukommt. Unsere Hauptfragen sind: „Wo soll es hingehen?“, „Wie sollen wir arbeiten?“, „Wer darf studieren?“ und „Wie werden wir besser?“.

Wer sitzt auf dem Podium?
Wir haben vor, Joschka Fischer mit der Präsidentin der Harvard University, Drew G. Faust, über „durchlässige Bildungssysteme“ ins Gespräch zu bringen. Wir wollen von internationalen Spitzenforschern, wie Jeffrey Sachs (MIT) oder Eric Lander (Earth Institute, Columbia University), wissen, wie sie auf neue Forschungsthemen stoßen und was die ungelösten Rätsel ihrer Forschung sind. Wissenschaftspolitiker sollen mit Jutta Allmendinger und Anton Zeilinger darüber streiten, ob unsere Institutionen, Instrumente und Infrastrukturen heute noch adäquat sind und welche neuen Forschungsstrukturen wir brauchen. Je Veranstaltung begrüßen wir auf dem Podium vier Referenten aus Wissenschaft und Politik sowie prominente Praktiker und Experten aus der ganzen Welt.

Können auch Studierende ihre Meinung einbringen?
Ja, unbedingt. Die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina stellt ihre jährliche Preisfrage anlässlich der Humboldt-Streitgespräche. Bisher waren darunter so inspirierend-abwegige Fragen, wie „Welchen Raum braucht das Denken?“ oder „Wo bleibt die Zeit?“ Dieses Mal wird die Frage an Studierende und Nachwuchswissenschaftler gerichtet. Der spannendste Antwortgeber erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro und sitzt bei dem dritten Streitgespräch über die Zukunft des Studiums auf dem Podium. Rund um den Wettbewerb wird außerdem ein Blog entstehen.

Wie nachhaltig ist das Projekt? Kann die HU die Ergebnisse auch nach dem Jubiläum nutzen?
Die Streitgespräche werden in einer eigenen Buchpublikation dokumentiert. Besonders nachhaltig für die HU ist aber, dass wir im Jubiläumsjahr einer breiten Öffentlichkeit zeigen können, dass die Hmboldt-Universität der Ort ist, an dem die großen Fragen rund um Wissenschaft und Hochschule verhandelt werden.

Das Leitthema für Ihr Projekt zum Jubiläum ist „Freiheit“. Wie beziehen Sie sich darauf?
Das abstrakte Thema „Freiheit“ wird durch die Humboldt-Streitgespräche anschaulich, denn alle Herausforderungen, denen Universität und Wissenschaft heute gegenüberstehen, haben mit dem Thema Freiheit zu tun. Das erste Humboldt-Streitgespräch zu den Zukunftsthemen der Wissenschaft fragt implizit auch nach dem Gegensatz von Forschungsfreiheit und Ökonomisierung von Wissenschaft. Aber auch die Bedingungen eines freien Zugangs zu Bildung und Forschung erörtert das dritte Streitgespräch zur Zukunft des Studiums und fragt: Wie durchlässig ist das deutsche Bildungssystem? Welche Rolle spielt Migration und Integration in der akademischen Welt?

Erhalten Sie für dieses Projekt finanzielle Unterstützung?
Die Streitgespräche finden in Kooperation mit der Stiftung Mercator statt und werden durch diese exklusiv unterstützt.


Das Gespräch führte Sabrina Schulze
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zuletzt geändert: 02.07.09 MW
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