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Berlin - Hauptstadt für die Wissenschaft 2010

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Die Ausstellung „Inmitten der Stadt – 200 Jahre Universität Unter den Linden“
Die Universität hat für ihr Jubiläum sechs Kernprojekte ausgewählt. Diese stellen wir in der HUMBOLDT im Einzelnen vor. Heute: die Ausstellung „Inmitten der Stadt – 200 Jahre Universität Unter den Linden“. Ein Gespräch mit den Kuratorinnen Ilka Thom und Dr. Kirsten Weining.


Mit welchem Konzept wollen Sie die Öffentlichkeit für diese Ausstellung interessieren?
Eine Universität lebt nicht allein in der Welt von Theorie und Forschung, von Lehre, Studium und wissenschaftlicher Kommunikation. Sie ist immer auch Universität in ihrer Stadt, in ihrer Zeit. Uns kommt es besonders darauf an zu zeigen, auf wie vielfältige Weise die erste Berliner Universität mit den sie umgebenden politischen, kulturellen, ökonomischen und gesellschaftlichen Umwelten verwoben war und ist.

Wie und auf welche Art erzählen Sie die Geschichte?
Wir haben uns entschieden, die Ausstellung thematisch zu strukturieren, so dass die Besucherinnen und Besucher unter ganz verschiedenen Blickwinkeln in die 200-jährige Geschichte eintauchen können. Beispielsweise können sie die Orte erkunden, an denen zu verschiedenen Zeiten geforscht und gelehrt wurde: Labore, Studierzimmer, Hörsäle, Ausgrabungsstätten und vieles mehr. Oder sie erfahren etwas über das Leben der Studentenschaft, wer überhaupt daran teilhaben durfte, welche Gepflogenheiten es gab, wie die Lehre aussah. Diese thematischen Zeitreisen sind unabhängig voneinander verständlich, man kann sich beim Gang durch die Ausstellung also ganz von seinen Interessen leiten lassen. Je mehr man sich anschaut, desto vollständiger und differenzierter wird natürlich dann das Bild der Universität.

Was macht die 200-jährige Geschichte der Humboldt-Universität so spannend?
Die älteste Universität Berlins stand allein schon wegen ihrer topographischen Nähe zur „Macht“, ob nun in Preußen, Deutschland oder der DDR wie keine andere Hochschule im Fokus deutscher Geschichte, Politik, Kultur und Gesellschaft. Sie trat im Laufe des 19. Jahrhunderts an die Spitze der deutschen Universitäten, nicht nur was die Ausdehnung im Stadtraum und die Studentenzahlen angeht. Sie wurde auch zur sogenannten Endstationsuniversität, an die berufen zu werden, den Höhepunkt einer Professorenlaufbahn bildete.

Gibt es einen Höhepunkt in den 200 Jahren Universitätsgeschichte?
Es gibt eine Zeit, in der unheimlich viel passiert, in der sich vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer fast explosionsartig entwickeln und Wissenschaftler wie Robert Koch, Emil von Behring, Max Planck oder Fritz Haber Berlins Weltruf prägen. Das sind die Jahrzehnte am Übergang des 19. zum 20. Jahrhundert, in denen aus Deutschland ein moderner Industriestaat wird, der auf eine möglichst effiziente Vernetzung mit der Wissenschaft angewiesen ist.

Wie kann ich mir die Ausstellung vorstellen? Trockene Geschichte, nachzulesen auf chronologisch geordneten Dokumenten?
Sicher werden wir diverse Schriftstücke, Briefe und Urkunden zeigen, die die Geschichte der Universität dokumentieren. Dennoch braucht keiner Angst davor zu haben, dass er einer langweiligen Flut von unzähligen chronologisch geordneten Dokumenten gegenüberstehen wird. Wir planen auf den etwa 400 qm neben einer Vielzahl interessanter Objekte Hörstationen und interaktive Angebote, die ein spannendes und unterhaltsames Ausstellungserlebnis bieten.

Sie haben das Grundkonzept der Ausstellung erstellt, welches sind die nächsten Schritte? Können Mitarbeiter und Studierende der HU die Ausstellungsarbeit unterstützen?
In den nächsten Monaten werden wir das Konzept weiter ausarbeiten und verfeinern und in den Sammlungen der Universität, aber auch in anderen Museen nach Objekten, Dokumenten, Bild- und Filmmaterial Ausschau halten. Toll wäre es, wenn wir auch Hinweise von den Angehörigen der HU selbst bekommen würden: auf besondere Vorkommnisse oder Anekdoten und natürlich auch auf interessante Exponate, die noch irgendwo schlummern, wo wir selbst sie nie finden würden. Bitte einfach eine Nachricht an ilka.thom@staff.hu-berlin.deoder kirsten.weining@staff.hu-berlin.de – wir freuen uns!


Das Gespräch führte Sabrina Schulze
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zuletzt geändert: 02.07.09 MW
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