Wer darf studieren?
Wer darf studieren?
III. Humboldt-Streitgespräch: Wer
darf studieren?
Die Zukunft des Studiums am 8. Juli 2010, 19
Uhr
In einem sind sich Politik, Hochschulen und Studierende einig: Wir brauchen in Deutschland mehr Studenten. Im OECD-Vergleich hinkt Deutschland laut Angaben des Wissenschaftsrats nach wie vor hinterher: Die Studienanfängerquoten lagen 2007 bei 34 Prozent, während der Mittelwert der OECD-Länder bei 56 Prozent liegt. Etwa doppelt so hoch wie in Deutschland ist der Anteil der Studienanfänger in den skandinavischen Ländern. Schweden erreichte 2007 einen Anteil von 73 Prozent. Und wenn man über den europäischen Tellerrand schaut, dann stellt man fest, dass in Australien sogar fast 90 Prozent der typischen Altersgruppe ein Studium aufnehmen – und dass bei Ausgaben für die Hochschulbildung, die proportional zum Bruttoinlandsprodukt nicht wesentlich höher liegen als in Deutschland.
Die Schüler- und Studentenproteste im vergangenen Jahr haben die Aufmerksamkeit vor allem auf die Studiensituation gelenkt: Einerseits die schlechte Betreuungssituation der Studierenden an den Hochschulen, wo in manchen Fächern, wie etwa in Germanistik, über hundert Studenten auf einen Professor kommen; anderseits die Unzufriedenheit mit der Organisation der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge.
Verschiedene Studien kommen immer wieder zum gleichen Ergebnis: In Deutschland sind die Hürden, die es zu überwinden gilt, um überhaupt ein Studium aufzunehmen, besonders hoch. Die Selektion setzt bereits während der Schullaufbahn ein, der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem Schulbildungserfolg ist in Deutschland stark ausgeprägt, das haben verschiedene Bildungsstudien betont. Andererseits ist ein Studium ohne Abitur in Deutschland kaum zu haben. Nach einem Report des Hochschul-Informations-Systems (HIS) aus dem Jahr 2008 haben es in Deutschland gerade fünf Prozent der Studierenden ohne Abitur an die Universität geschafft, in Schweden sind es mit 36 Prozent gut sieben Mal so viel. Was können Universitäten tun, um ihre Tore weit zu öffnen für diejenigen, die nicht aus einem Akademiker-Haushalt kommen, für Berufstätige, die ins Studium einsteigen wollen, und wie können sie gleichzeitig Studienbedingungen schaffen, die möglichst viele zum Studienabschluss bringen und sie möglichst gut auf einen akademischen wie nicht-akademischen Berufsweg vorbereiten?
Moderator
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(DIE ZEIT)
Referenten
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(Leuphana Universität Lüneburg)
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(Studienstiftung des Deutschen Volkes)
Regine Reinhardt begegnet der Krise im Klassenzimmer
(Preisträgerin, Jubiläumspreisfrage der Jungen Akademie)
Jürgen Zöllner macht Berliner Bildungspolitik
(Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Berlin)
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(Präsidentin der
Hochschulrektorenkonferenz)
Veranstaltungsort:
Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Auditorium, Geschwister-Scholl-Straße 1, 10117 Berlin
Kooperationspartner Stiftung Mercator