Regine Reinhardt
Regine Reinhardt
Portrait: Regine Reinhardt (Preisträgerin, Jubiläumspreisfrage der Jungen Akademie)
Foto: Regine Reinhardt
Regine Reinhardt unterrichtet Kunst an einem Gymnasium in der Schleswig-Hosteinischen Kleinstadt Trittau. Mit zwei zehnten Klassen hat sie sich an der diesjährigen Jubiläumspreisfrage der Jungen Akademie beteiligt. Zu der Frage „Wer kriegt die Krise“ haben ihre Schüler Antworten in Form von Skulpturen und Installationen formuliert. Eingereicht haben sie Texte als Kommentare zu ihren Werken. Unter allen 235 Einsendungen hat die Jury diese Texte sowie den ausführlichen Begleittext der Lehrerin als beste Antwort ausgewählt und mit dem 1. Preis ausgezeichnet.
Über die Arbeit mit ihren Schülern an dem Kunstprojekt geriet die Lehrerin selbst in die Krise. Es sei schnell deutlich geworden, schreibt Regine Reinhardt in ihrem Beitrag, dass die Schüler ihre Schule nicht als „geeigneten Rahmen betrachten, wirklich Ehrliches mitzuteilen“. Weil es nur um Noten ginge, hofften die Schüler mit allgemeineren Themen zu punkten. „Eigentlich“, schreibt Regine Reinhardt, „möchte ich die Kinder und Jugendlichen dazu animieren, auf ihre Herzen zu hören und ihren Bedürfnissen zu folgen“ und fragt sich: „Was gibt mir das Recht dazu? Führe ich die Schüler nicht ins berufliche Abseits? Erziehe ich damit nicht funktionsuntüchtige Querulanten, Dichter und Träumer, für die es keine Arbeitsplätze geben wird?“
Regine Reinhardts eigene berufliche Laufbahn verlief sehr abwechslungsreich. Sie begann mit einer Banklehre, dann studierte sie Kunstgeschichte und Betriebswirtschaftslehre in Berlin. Als Journalistin schrieb sie für verschiedene Tageszeitungen, arbeitete als Museumspädagogin und als Dozentin, als Moderatorin und Veranstaltungsorganisatorin, bevor sie im Sommer 2009 als Kunstlehrerin nach Schleswig-Holstein ging.
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