Go und die Humboldt-Universität zu Berlin
Go und die Humboldt-Universität zu Berlin
| What | Öffentliche Veranstaltung |
|---|---|
| When | 2009-11-25 15:32 to 2009-11-27 15:35 |
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Go und die Humboldt-Universität zu Berlin
Seit vielen Jahren findet im November in den ehrwürdigen Räumen der Humboldt-Universität ein großes Go-Turnier statt – der „Kranich“, Go-Liebhaber können sich darüber hinaus jede Woche hier treffen, um ihr Hobby Go zu pflegen.
Go ist ein strategisches Brettspiel, das seinen Ursprung vor etwa 4000 Jahren in China hatte und dort den Namen WeiQi hat .
Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Go und Wissenschaft?
In den ostasiatischen Ländern, wo Go auch heute noch am meisten verbreitet ist, wird es nicht nur als Zeitvertreib oder Hobby betrachtet, sondern auch als Kunst- und Kulturgut und als Profession. Es gibt private Go-Akademien und den Bachelor- und Master-Studiengang Go.
Die Kenntnis über Go kam über Korea und Japan nach Europa. Universitätswissenschaftler gehörten zu den ersten, die deutschsprachige Publikationen über Go verfassten.
Schon der Philosoph, Mathematiker, Physiker, Techniker, Jurist, politischer Schriftsteller, Geschichts- und Sprachforscher Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), der als einer der letzten Universalgelehrten der Neuzeit gilt, kannte das Brettspiel Go. Leibniz schreibt im 3. Kapitel der „Berliner Sammlung zur Förderung der Wissenschaften“, die aus den Schriften der königlichen Akademie der Wissenschaften entnommen wurde, über Spiele und geht dabei besonders auf „ein bestimmtes chinesisches Spiel“ ein. In seiner Einleitung zu diesem Kapitel heißt es:
„Die Menschen sind nie genialer, als bei der Erfindung von Spielen und die Philosophen sollten davon profitieren, um die Kunst der Künste, das ist die Kunst des Denkens, zu vervollkommnen. (...) Die Beamten sind geradezu versessen auf dieses Spiel und bringen oft den größten Teil des Tages mit Spielen zu; denn bei denen, die dieses Spiel beherrschen, dauert ein Spiel eine ganze Stunde. Wer dieses Spiel beherrscht, wird, auch wenn er sich auf keinen anderen Gebiet hervortut, von allen geachtet und gelobt. Manche lesen sogar diese Meister bei den üblichen Zeremonien, damit sie die Technik dieses Spiels von ihnen genau lernen. Die Menge der Steine und die Größe des Spielfeldes veranlassen mich, ohne Vorbehalt zu glauben, dass dieses Spiel sehr viel Scharfsinn erfordert und einen hohen Schwierigkeitsgrad hat, auch wenn mir nicht alle seine Regeln bekannt sind.“
Japanische Studenten in Berlin halfen Anfang des vorigen Jahrhunderts solchen Geistesgrößen wie Edward und Emanuel Lasker, die „Geheimnisse“ des Go zu verstehen, Albert Einstein versuchte sich damit, es gibt Aufsätze über „Go und Philosophie“, „Go und psychische Störungen“ oder Gedanken über „Go und Management“, Programmierer versuchen seit Jahrzehnten vergeblich, per Computer einen Weltmeister zu besiegen.
Ja - Go hat tatsächlich etwas mit Wissenschaft zu tun. Obwohl hierzulande die meisten doch in erster Linie nur den Hobby-Aspekt oder die mehr (denk)sportliche Seite darin sehen, wird perspektivisch in unserer mehr und mehr globalisierten Welt eine spannende Entwicklung zu erwarten sein: Go als Brückenschlag zwischen Kulturen und Nationen und als Mittel, verschiedene Denkweisen einander näher zu bringen.
Vom 27.-29.11.2009 findet zum 30. Mal das (offene) Internationale Go-Turnier „Kranich“ statt. Es werden ca. 200 Gäste erwartet, denen ein interessantes Programm – unter anderem ein Weltrekordversuch – geboten wird und auch für Nicht-Turnier-Teilnehmer oder Go-Neugierige spannend sein dürfte!
Der KranichKlub der Humboldt-Initiative lädt herzlich dazu ein, unterstützt vom StudentInnenparlament, der Verwaltung der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Go-Verband Berlin e.V.
Seit vielen Jahren findet im November in den ehrwürdigen Räumen der Humboldt-Universität ein großes Go-Turnier statt – der „Kranich“, Go-Liebhaber können sich darüber hinaus jede Woche hier treffen, um ihr Hobby Go zu pflegen.
Go ist ein strategisches Brettspiel, das seinen Ursprung vor etwa 4000 Jahren in China hatte und dort den Namen WeiQi hat .
Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Go und Wissenschaft?
In den ostasiatischen Ländern, wo Go auch heute noch am meisten verbreitet ist, wird es nicht nur als Zeitvertreib oder Hobby betrachtet, sondern auch als Kunst- und Kulturgut und als Profession. Es gibt private Go-Akademien und den Bachelor- und Master-Studiengang Go.
Die Kenntnis über Go kam über Korea und Japan nach Europa. Universitätswissenschaftler gehörten zu den ersten, die deutschsprachige Publikationen über Go verfassten.
Schon der Philosoph, Mathematiker, Physiker, Techniker, Jurist, politischer Schriftsteller, Geschichts- und Sprachforscher Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), der als einer der letzten Universalgelehrten der Neuzeit gilt, kannte das Brettspiel Go. Leibniz schreibt im 3. Kapitel der „Berliner Sammlung zur Förderung der Wissenschaften“, die aus den Schriften der königlichen Akademie der Wissenschaften entnommen wurde, über Spiele und geht dabei besonders auf „ein bestimmtes chinesisches Spiel“ ein. In seiner Einleitung zu diesem Kapitel heißt es:
„Die Menschen sind nie genialer, als bei der Erfindung von Spielen und die Philosophen sollten davon profitieren, um die Kunst der Künste, das ist die Kunst des Denkens, zu vervollkommnen. (...) Die Beamten sind geradezu versessen auf dieses Spiel und bringen oft den größten Teil des Tages mit Spielen zu; denn bei denen, die dieses Spiel beherrschen, dauert ein Spiel eine ganze Stunde. Wer dieses Spiel beherrscht, wird, auch wenn er sich auf keinen anderen Gebiet hervortut, von allen geachtet und gelobt. Manche lesen sogar diese Meister bei den üblichen Zeremonien, damit sie die Technik dieses Spiels von ihnen genau lernen. Die Menge der Steine und die Größe des Spielfeldes veranlassen mich, ohne Vorbehalt zu glauben, dass dieses Spiel sehr viel Scharfsinn erfordert und einen hohen Schwierigkeitsgrad hat, auch wenn mir nicht alle seine Regeln bekannt sind.“
Japanische Studenten in Berlin halfen Anfang des vorigen Jahrhunderts solchen Geistesgrößen wie Edward und Emanuel Lasker, die „Geheimnisse“ des Go zu verstehen, Albert Einstein versuchte sich damit, es gibt Aufsätze über „Go und Philosophie“, „Go und psychische Störungen“ oder Gedanken über „Go und Management“, Programmierer versuchen seit Jahrzehnten vergeblich, per Computer einen Weltmeister zu besiegen.
Ja - Go hat tatsächlich etwas mit Wissenschaft zu tun. Obwohl hierzulande die meisten doch in erster Linie nur den Hobby-Aspekt oder die mehr (denk)sportliche Seite darin sehen, wird perspektivisch in unserer mehr und mehr globalisierten Welt eine spannende Entwicklung zu erwarten sein: Go als Brückenschlag zwischen Kulturen und Nationen und als Mittel, verschiedene Denkweisen einander näher zu bringen.
Vom 27.-29.11.2009 findet zum 30. Mal das (offene) Internationale Go-Turnier „Kranich“ statt. Es werden ca. 200 Gäste erwartet, denen ein interessantes Programm – unter anderem ein Weltrekordversuch – geboten wird und auch für Nicht-Turnier-Teilnehmer oder Go-Neugierige spannend sein dürfte!
Der KranichKlub der Humboldt-Initiative lädt herzlich dazu ein, unterstützt vom StudentInnenparlament, der Verwaltung der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Go-Verband Berlin e.V.