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Berlin - Hauptstadt für die Wissenschaft 2010

Zimbabwe Arts Festival Berlin 2010

What Öffentliche Veranstaltung
When 2010-06-03 21:00 to 2010-06-06 01:00
Where verschiedene Orte, siehe Programmübersicht
Contact Name Flora Veit-Wild, Seminar für Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin
Contact Email
Contact Phone 030 2093-6674/6699
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Zimbabwe? Eine zerrüttete Wirtschaft, hungernde Menschen, AIDS und Cholera, ein altersstarrer Despot.... Derlei Bilder beherrschen unsere Medien.
Inmitten der Avenues Harares befindet sich jedoch ein Ort eines hierzulande meist ganz unbekannten Zimbabwes. Im Bookcafé veranstalten Künstlerinnen und Künstler Poetry Slams, literarische und gesellschaftspolitische Diskussionen, sie stellen neue Bands vor und fördern junge Talente. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend sind die Tische unter der großen Zeltplane besetzt von Menschen, die gemeinsam Projekte organisieren, an ihrem Netbook arbeiten, Geschichten schreiben, Grafiken entwerfen, Ausstellungen planen, sich gegenseitig vernetzen.
Nebenan im Mannenberg-Jazz-Club eröffnen die „Women Filmmakers of Zimbabwe“ ein Festival, stellen ihre genderkritischen Filme zur Diskussion, spät abends finden Konzerte statt. Chiwoniso, Dudu Manhenga, Comrade Fatso und Outspoken treten hier auf. Alle erheben ihre Stimme für die Rechte der Menschen in Zimbabwe. Einen Katzensprung weit entfernt erarbeiten im Stadtpark „Harare Gardens“ obdachlose Jugendliche mit Studentinnen und Studenten der Universität Theaterstücke.
Kreativität trotz Krise, ein reges kulturelles Leben - auch das ist Zimbabwe.
Das „Zimbabwe Arts Festival in Berlin vom 3.-5.Juni“ wird dieser künstlerischen Vielfalt und Kreativität eine Bühne geben. Unmittelbar vor der WM in Südafrika wird es Einblicke in die Kulturszene des Nachbarlandes Zimbabwe präsentieren: Film und Theater im BABYLON am Rosa-Luxemburg-Platz, ein Konzert auf dem Pfefferberg in der Schönhauser- Allee, eine Ausstellung und ein Symposium im Seminar für Afrikawissenschaften in der Invalidenstraße und Spoken Word auf einer Open-Air-Bühne am Hegelplatz. Das Festival wird vom Seminar für Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität veranstaltet und vom Auswärtigen Amt im Rahmen der „Aktion Afrika“ aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Programm

Donnerstag, 3. Juni 2010

Konzert: Music Beyond Borders - Chiwoniso & Special Guests, 21:00 Haus 13 / Pfefferberg (Schönhauser Allee 176)
Chiwoniso ist eine der bekanntesten Künstlerinnen Zimbabwes. Ihre Musik verknüpft Traditionelles mit Modernem, Mbira-Musik der Shona mit Rap und Soul. Special Guest Max Wild lässt auf seinem Saxophon Jazz, Pop und Afropop zu einem ganz neuen Genre verschmelzen. Auf ihrer Tour in März traten Chiwoniso und Max kreuz und quer im südlichen Afrika auf; der Auftritt in Harares Mannenberg-Jazz-Club war ein ganz besonderer Höhepunkt.

Freitag, 4. Juni 2010

Ausstellung: Bookcafé Harare - Creativity and Crisis, 15 Uhr im Seminar für Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität (Invalidenstr. 118)
Das legendäre Bookcafé in Harare, seit Jahren Treffpunkt für die kreative Intelligenz des Landes, hat trotz der politischen und gesellschaftlichen Krise beeindruckende Kulturprojekte hervorgebracht. Die Veranstaltungsplakate mit ihrer ganz eigenen zimbabwischen Grafikästhetik werden in einer Vernissage am Seminar für Afrikawissenschaften ausgestellt.

Symposium mit allen KünstlerInnen: „My name is not money but mind“(D. Marechera): State of the Arts in Zimbabwe, 16 Uhr im Seminar für Afrikawissenschaften

Filme: Tsitsi Dangarembga & Zimbabwean Women Filmmakers, 19 Uhr BABYLON (Rosa-Luxemburg-Str. 30)
„NyamiNyami“ (Preview), die neueste Produktion von Tsitsi Dangarembga und „Kare Kare Zvako - Mother's Day“ (Berlinpremiere) verwandeln Volksmärchen in phantastische Zerrbilder männlichen Dominanzverhaltens. Die Kurzfilme der Zimbabwean Women Filmmakers diskutieren die äußerst schwierige und problematische Situation vieler Frauen.

Samstag, 5. Juni 2010

Theater: „Great Escape“ von Andrew Whaley, 19 Uhr im Kino BABYLON
„Great Escape“, eine Satire des Zimbabwers Andrew Whaley, persifliert grotesk-komisch die politische Situation in Zimbabwe. Wegen der offenen Kritik an „Operation Murambatsvina“ - der von Mugabes Regierung angeordneten brutalen Beseitigung der Slums 2005 - wurde das Stück unter gefährlichen Umständen in Harare produziert, Schauspieler und Mitarbeiter wurden bedroht.

Spoken Word: Comrade Fatso, Chirikure Chirikure und Outspoken, 21.30 Uhr auf der Open Air Bühne der Langen Nacht der Wissenschaften (Hegelplatz)
Comrade Fatso und Outspoken sind zwei der einflussreichsten und impulsivsten Poetryslamer in Zimbabwe. Unerschrocken weisen sie auf die Missstände ihres Landes hin und sind ein großes Vorbild für die junge Generation. Der Shona Dichter Chirikure Chirikure unterzieht sein Land seit vielen Jahren einer kunstvoll bissigen lyrischen Kritik.

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